Osteopathische Behandlung von Kleinkindern zur Reduktion von Schielen
Hintergrund: Anamnesen zeigen, dass bei 60% der Fälle von Strabismus eine familiäre Häufung vorliegt. Der Strabismus divergens intermittens gilt mit 40–90% als die häufigste Form und sein klinisches Bild wurde von mehreren Autor*innen beschrieben. Dennoch stellt er durch die Variabilität der Befunde eine Herausforderung für die Forschung dar.
Studienziel: Das Ziel dieser Studie besteht darin, herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen Strabismus und einer frühkindlichen Fehlstellung der oberen Halswirbelsäule (Schiefhals) besteht sowie ob eine osteopathische Behandlung geeignet ist, um wirksame Verbesserungen zu erzielen.
Methoden: Es handelt sich bei der Untersuchung um eine systematische Literaturrecherche, wofür eine Bewertung und ein Vergleich klinischer Studien aus den elektronischen Datenbanken «Ostmed.Dr, PubMed, Osteopathic Research Web, PEDro, Cochrane sowie Google Scholar» vorgenommen wurde.
Ergebnisse: Es wurden 15 Studien ermittelt und davon sieben randomisierte und kontrollierte Studien sowie 8 weitere Forschungen untersucht. Dabei zeigte sich, dass Strabismus bei 0,7% bis 4,2% der Bevölkerung vorkommt. Ein Zusammenhang zwischen Strabismus und Schiefhals bei Kindern wurde je nach Ausgangslage der Untersuchung bei 33% bis 65% der Proband*innen registriert (Lang, 1967; M. Vietz, 2015). Es wurden vier randomisierten und kontrollierten Studien gefunden, welche mit einer befundorientierten osteopathischen Behandlung, eine knapp signifikante Verbesserung erzielten.
Schlussfolgerungen: Die meisten Studien zu Amblyopie und Strabismus enthalten keinen Bezug zu Osteoapathie im Zusammenhang mit Strabismus und Schiefhals. Trotzdem kann festgehalten werden, dass eine befundorientierte Osteopathiebehandlung bei kleinen Kindern und Kindern mit Strabismus sinnvoll ist.
Autor: Valentina Lopez